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AKTUELLES
RHEINISCHE ADALBERT-STIFTER-GEMEINSCHAFT
2011
Hinweis zu einem Literaturseminar über Adalbert Stifter
In
der Katholischen Akademie "Die Wolfsburg" in Mülheim an der Ruhr findet
vom 21. bis 23. Oktober 2011 unter der Leitung von Studiendirektor i.
R. Guido Karutz (Duisburg) ein Literaturseminar unter dem Titel „Das
Paradies liegt allemal in uns – Adalbert Stifter und sein Werk“ statt.
Themen werden Leben und Werk Stifters und die Erzählungen Brigitta, Der
Waldgänger sowie der Roman Der Nachsommer sein. Hinzu kommt ein
Klavierabend von Dr. Doris Schulte mit Werken von Franz
Schubert. Näheres und Anmeldung an Die Wolfburg, Falkenweg 6,
45478 Mülheim an der Ruhr, Tel. 0208 / 999 19 0, Telefax 0208 / 999 19
110, e-mail die.wolfsburg@bistum-essen.de, Internet: www.die-wolfsburg.de
M i t g l i e d e r v e r s a m m l u n g
am Samstag, dem 7. Mai 2011 um 16.00 Uhr.
neu !! Ort: Café-Galerie Zettel’s Traum
Leverkusen-Opladen, Altstadtstraße 20, Tel. 02171-9010101
Tagesordnung
1. Begrüßung
2. Tätigkeitsbericht
3. Kassen- und Kassenprüfungsbericht
4. Aussprache und Beschlussfassung über Entlastung des Vorstandes
5. Wahl des Vorstandes und der Kassenprüfer/innen
6. Verschiedenes
Pause
7. Neues und Neuestes zu Adalbert Stifter
Beiträge aus dem Kreis der Mitglieder sind sehr willkommen. Bitte
melden Sie Ihren Beitrag bei Elisabeth Preiß schriftlich oder
fernmündlich spätabends an (nicht vom 16. - 23. April). Anschrift und
Telefon siehe unten.
Ende gegen 19.00 Uhr. Anschließend besteht in der Nähe des Tagungsortes die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Abendessen.
Der Gesamtvorstand tritt um 14.00 Uhr am gleichen Ort zusammen.
Das Nachrichtenblatt Nr. 131 (Dezember 2010) wurde im März 2011 versandt. Es enthält Beiträge von
Hans-Joachim Preis: Über die Geschichte des Stifter-Portraits von Daffinger,
Arthur Brande: Der Plöckensteinsee – Naturgeschichte und literarisches Muster,
Elisabeth Preiß: Stifter-Besuch aus Japan,
sowie Nachrichten, Bücherschau und anderes.
Josef van Heukelum †
Am
30. April 2009 verstarb in Leverkusen der Gründer und langjährige
Vorsitzende der Rheinischen Adalbert-Stifter-Gemeinschaft, Herr Rektor
i. R. Josef van Heukelum, im 92. Lebensjahr. Josef van Heukelum wurde
am 8. September 1917 in Langenfeld geboren. Schon früh zeichnete sich
sein Berufsfeld als Lehrer ab. Nach dem Studium an der Pädagogischen
Hochschule Trier begann er sein Berufsleben 1938 an der Katholischen
Volksschule Leichlingen. Die eben begonnene Tätigkeit hielt freilich
nicht lange an, denn der junge Lehrer wurde alsbald zum Wehrdienst
eingezogen. Während des Krieges geriet er in amerikanische
Gefangenschaft, von der er 1946 in die Heimat und in den Beruf
zurückkehrte.
Seit 1952 leitete Josef van Heukelum als Rektor die Katholische Volksschule Quettingen.
Als
er 1980 in den Ruhestand trat, konnte er sich intensiv mit seinem
zweiten großen Interessengebiet beschäftigen, dem Leben und Werk des
österreichischen Dichters und Erzählers Adalbert Stifter. Schon 1949
hatte er einen Freundes- und Arbeitskreis begründet, der sich mit
Stifter beschäftigte: die „Adalbert-Stifter-Gemeinschaft Leichlingen“,
später „Rheinische Adalbert-Stifter-Gemeinschaft“. In Stifter sah Josef
van Heukelum einen Autor, der die ruhige Entfaltung und die
Gelassenheit (das berühmte „sanfte Gesetz“) als gestaltende Kraft des
Lebens erkannte. Gerade für den Pädagogen war daher Stifters Werk von
großer Bedeutung. „Seine“ Stifter-Gemeinschaft hat Josef van Heukelum
im Lauf der Jahre weit über das Rheinland hinaus bekannt gemacht. Er
baute internationale Kontakte auf und war geschätzter Gesprächspartner
der Stifter-Freunde und -Forscher weltweit.
Nicht zuletzt baute er in seinem Leverkusener Haus eine umfangreiche
und weithin geschätzte Stifter-Bibliothek auf, die wertvolle Erstdrucke
und Gesamtausgaben von Stifters Werken und Schriften zur Erschließung
von Stifters Gedankenwelt enthält. Das regelmäßig erscheinende
„Nachrichtenblatt“ der Rheinischen Stifter-Gemeinschaft dokumentiert
auch die eigenen Forschungen van Heukelums, der manche bis dahin
unbeachteten Aspekte aus Stifters Werk und Leben aufspürte und
akribisch darstellte. Themen sind etwa Stifters Begegnungen mit der
Musik, seine Beziehungen zum Rheinland, seine Liebe zur Malerei. Eine
Zusammenstellung dieser Forschungen ist in eindrucksvoller Form 2002
als Buch erschienen. Im gleichen Jahr ist Josef van Heukelum von der
deutschen Sektion des „Weltverbands der Schriftsteller“ der
„Europapreis für Literatur“ verliehen worden. Damit wurde ausdrücklich
van Heukelums „literaturgeschichtliches Wirken für Adalbert Stifter“
gewürdigt.
Mit
Josef van Heukelums Tod hat eine eindrucksvolle pädagogische und
literarische Lebensleistung ihren Abschluß gefunden, die vielfach
weiterwirkt. Die Rheinische Adalbert-Stifter-Gemeinschaft wird ihren
Gründer und Motivator in dankbarem und ehrendem Gedenken bewahren.
Dr. Josef Schreier
Postsendungen an die Geschäftsstelle
sind nicht mehr an die Altenberger Straße 124, 51381 Leverkusen,
sondern bis auf Weiteres an die stellv. Vorsitzende, Frau Elisabeth
Preiß, Weberstraße 17, 40789 Monheim/Rhein zu adressieren.
Josef van Heukelum zum 90. Geburtstag am 8. September 2007
Zur
Vollendung des 90. Lebensjahres gratulieren die Mitglieder und Freunde
der Rheinischen Adalbert-Stifter-Gemeinschaft dem Ehrenvorsitzenden,
Rektor i.R. Josef van Heukelum (Leverkusen), sehr herzlich! Sie
verbinden damit den Dank für das nachhaltige Wirken in der von ihm vor
58 Jahren gegründeten literarischen Vereinigung. Die Gründungsurkunde
(Leichlingen, 27.3.1949) weist unter den zwölf Unterzeichneten allein
fünf Persönlichkeiten aus der Familie van Heukelum und ihrer
Verwandtschaft auf. In den von Beginn an herausgegebenen
Nachrichtenblättern dokumentiert sich das engagierte Wirken des
Schulmannes van Heukelum in einem breiten Tätigkeitsfeld, wie es die
Satzung von 1949 beschreibt. So ist der intensiv betriebene Aufbau der
Bibliothek mit Werken von und über Adalbert Stifter durch genaueste
Auflistungen in den Nachrichtenblättern bis heute nachvollziehbar. Vor
50 Jahren, am 28.1.1958, wurde Josef van Heukelum zum
korrespondierenden Mitglied des Adalbert-Stifter-Institutes des Landes
Oberösterreich in Linz ernannt.
Seit dem beruflichen Ruhestand 1980 erfuhr seine Stifter-Forschung
einen neuen Impuls. Wichtige eigene Aufsätze fasste er 2003 in dem
Sammelband Adalbert Stifter – Beiträge eines Stifterfreundes aus dem Rheinland
zusammen (Näheres auf der Seite Publikationen). Stifter-Gedenktafeln
veranlasste er mit unübersehbar pädagogischer Zielsetzung an zwei
Schulhäusern: 1993 in seinem eigenen langjährigen Wirkungsort
Leichlingen und 1998 in Stifters Geburts- und Kindheitsort
Oberplan/Horní Planá. Die Rheinische
Adalbert-Stifter-Gemeinschaft leitete er 50 Jahre lang bis 1999.
Seitdem ist er ihr Ehrenvorsitzender. Die Leistungen Josef van
Heukelums für die literarische Vereinigung sind mehrfach gewürdigt
worden. 1997 erschien eine Festschrift zu seinem 80. Geburtstag
(Sondernummer des Nachrichtenblattes), 1999 eine Jubiläumsfeier am
Gründungsort sowie Festausgaben zum 50-jährigen Bestehen der
Gemeinschaft (Nr. 112 und 113 des Nachrichtenblattes) und 2002 eine
Festveranstaltung ebenfalls in Leichlingen nebst Festausgabe zum 85.
Geburtstag (Nr. 119 des Nachrichtenblattes). Auch das Heft der zweiten
Jahreshälfte 2007 (Nachrichtenblatt 128) wird dem Jubilar gewidmet
sein. Öffentliche Anerkennung seiner Tätigkeit zur Förderung und
Verbreitung der Kenntnisse über Adalbert Stifter und sein Werk erfuhr
er durch Auszeichnungen und Ehrungen in Deutschland, Österreich und
Europa.
Für Vorstand, Mitglieder und Freunde der Rheinischen Adalbert-Stifter-Gemeinschaft: Dr. Arthur Brande (Berlin), 1. Vorsitzender
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Martha und Josef van Heukelum
vor ihrem Haus in Leverkusen-Lützenkirchen,
Sitz der Rheinischen Adalbert-Stifter-Gemeinschaft.
30. März 2003. Foto: A. Brande
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Neuerscheinung: Band 24 der Reihe Aachener Beiträge zu Pastoral- und
Bildungsfragen, Einhard-Verlag Aachen 2006, 159 S., ISBN 3-936342-49-0, € 16,80.
Auslieferung durch den Buchhandel. Der Band enthält die Fachbeiträge der von
der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen und der Rheinischen
Adalbert-Stifter-Gemeinschaft vom 7. - 9. Oktober 2005 im August-Pieper-Haus
Aachen durchgeführten Tagung zum 200. Geburtstag Adalbert Stifters.
Rückblick auf das Stifter-Gedenkjahr 2005
Mehr als 140 Veranstaltungen verzeichnete das Programmheft Sanfte
Sensationen - Stifter 2005, das die oberösterreichische Landesregierung
in Linz anläßlich des 200. Geburtstages des Dichters, Malers, Pädagogen,
Denkmalpflegers und Kunstförderers (1805 - 1868) herausgab. Die tatsächliche
Zahl der Vorträge, Tagungen, Ausstellungen, Projekte, Präsentationen und
Aktionen lag deutlich darüber - erstaunlich für einen Erzähler des 19.
Jahrhunderts, dessen Werk vielfach als überholt, trocken und antiquiert
gilt. Doch gerade im Schillerjahr 2005 (Stifter wurde im Todesjahr Schillers
im südböhmischen Oberplan an der Moldau, heute Horní Planá/Tschechien,
geboren) boten vor allem die „Stifterländer“ Oberösterreich, Tschechien und
Bayern vielfache Gelegenheit zu einer differenzierten und facettenreichen
Auseinandersetzung in einem breiten Themenspektrum unter Titeln wie
„Stifter: Reden, Sehen, Lesen, Hören, Wahlverwandtes, Stiftungen, Wanderwege
und Parks, Kulinarik und Reisen“. Mit dem Titel Sanfte Sensationen,
zugleich Motto für das Jubiläumsjahr, wurde in mehrfacher Hinsicht auf das
geläufige „Bekenntnis“ des Dichters, das sanfte Gesetz aus der
Vorrede zu der Erzählsammlung Bunte Steine (1853), Bezug genommen.
Damit bewies vor allem das schriftstellerische Werk in der Spiegelung einer
widersprüchlichen Biographie und im Blick auf eine wechselvolle
Wirkungsgeschichte mit Vereinnahmungen und Mißverständnissen eine
erstaunliche Aktualität und eröffnete einen vielseitigen Zugang mit oftmals
überraschender Resonanz. So verzeichnete allein die vom Linzer
Adalbert-Stifter-Institut (Stifters Wohnhaus von 1848 bis 1868) konzipierte,
höchst wirkungsvoll inszenierte Sonderausstellung im oberösterreichischen
Prämonstratenserstift Schlägl Vom Grund aller Dinge - Stifters
Naturperspektiven 21.000 Besucher. Zwei neue, professionell gestaltete
Stifter-Museen wurden im oberösterreichischen Schwarzenberg am Böhmerwald
und in Kirchschlag am Haselgraben mit Dauerausstellungen eröffnet, Orte, die
enge persönliche, berufliche und literarische Beziehungen zu dem Erholung
und Linderung von Krankheiten suchenden Dichter aufweisen.
Neuausgaben des erzählerischen Werkes bereicherten im Stifterjahr den
Büchermarkt ebenso wie eine Vielzahl von thematischen Einzelpublikationen,
Ausstellungskatalogen usw., insgesamt etwa 90 Titel, darunter eine neue
Stifter-Biographie aus der Feder des Münchener Germanisten Peter Becher.
Überraschend ist die Tatsache, daß mehr als 250 Titel von und über Stifter
lieferbar sind, einschließlich der in München, Linz, Innsbruck und Passau
erarbeiteten, derzeit mit 26 Bänden vorliegenden, jedoch noch keineswegs
abgeschlossenen Historisch-Kritischen Gesamtausgabe der Werke und Briefe,
außerdem drei mehrbändige Periodica. Schon in dieser beträchtlichen Zahl
bekundet sich die Aktualität des Dichters der Studien (1844/50), der
Bunten Steine (1853), des Nachsommer (1857) und des Witiko (1865/67). Letzterer weithin als unlesbar geltende historische Roman aus der
Welt des 12. Jahrhunderts, der von Stifter in den politisch-militärischen
Auseinandersetzungen seiner Zeit mit deutlichem Grundtenor zu Ausgleich und
Versöhnung verfaßt wurde und von dem er erst „in hundert Jahren“ Verständnis
erwartete, wird heute zunehmend in seiner europäischen Dimension erkannt und
fruchtbar.
Die Rheinische Adalbert-Stifter-Gemeinschaft war durch Einzelvorträge,
Publikationen im Nachrichtenblatt, durch systematische Sammlung der
Neuerscheinungen (Bücher, Periodica, Einzelschriften, elektronische Medien
etc.) und einen nahezu 1000 Belege umfassenden Pressespiegel zum Stifterjahr
2005 aktiv beteiligt. Mitglieder besuchten auf mehreren Reisen insgesamt 26
Ausstellungen und Präsentationen und nahmen in offizieller Funktion an den
vielseitig und inhaltsreich von den drei „Stifterländern“ gestalteten
zweitägigen Geburtstagsfeierlichkeiten am 22./23. Oktober in Horní Planá
teil. Hier hat sich seit vielen Jahren zu der Leiterin des Museums im
Geburtshaus, Lenka Hulkova, und dem Bürgermeiter der Stadt, Jiri Hulka, eine
freundschaftliche Verbindung gefestigt, vor allem durch den Gründer und
Ehrenvorsitzenden der Rheinischen Stifter-Gemeinschaft, Josef van Heukelum
(Leverkusen), auf dessen Initiative 1998 dort am alten Schulhaus eine
Gedenktafel für Stifter und seinen Lehrer Jenne angebracht wurde.
Vom 7. - 9. Oktober 2005 veranstaltete die Rheinische Stifter-Gemeinschaft
gemeinsam mit der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen im dortigen
August-Pieper-Haus eine von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer
Gesellschaften und Gedenkstätten e.V. in Berlin (ALG) geförderte Tagung
„Begegnungen mit Adalbert Stifter heute“. Im Nachrichtenblatt der
Rheinischen Adalbert-Stifter-Gemeinschaft Nr. 125 (Dezember 2005)
erschienen Berichte zum Ablauf und Inhalt der Tagung sowie die Beiträge von
zehn Autoren/-innen zum Thema „Mein Weg zu Adalbert Stifter“. Die sieben
wissenschaftlichen Vorträge sind 2006 in dem oben angezeigten Tagungsband in
Aachen veröffentlicht. Die Stadt war für Stifter am Ende seines Lebens zu
einem wichtigen Bezugspunkt geworden. So erschien hier drei Monate nach
seinem Tod die bekannte Schilderung Aus dem bairischen Walde, in der
ein letztes Mal „die schrecklich schöne Welt“ (Titel der
Stifter-Wanderausstellung 1990 - 2000 durch mehrere europäische Länder)
meisterhaft dargestellt ist - in einem Verlagsort, der allein schon die
Provinzialität des Dichters widerlegt.
Arthur Brande,
Elisabeth Preiß
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